CD-Empfehlung: Amy Macdonald – "A Curious Thing"

Wenn man über 3 Millionen Exemplare des Debutalbums verkauft, dann sind die Erwartungen an das zweite Album groß. Genau diesem Problem sah sich Amy Macdonald gegenüber als sie sich daran machte das Nachfolgealbum zu “This Is The Life” zu schreiben. Herausgekommen ist das zwölf Songs umfassende “A Curious Thing”, welches am letzten Freitag in Deutschland veröffentlicht wurde.

Wenn man Amy nur vom ersten Album her kennt, jedoch nie bei einem Konzert war, dann klingt das zweite Album sicher überraschend anders. Bereits die erste Single “Don’t Tell Me That It’s Over” zeigt in welche Richtung es geht. Das kleine schüchterne Mädchen aus Glasgow, das nur mit Gitarre bewaffnet seine Songs singt, gibt es nicht mehr. Amy Macdonald ist erwachsen geworden und das drückt sich nicht nur in ihrem veränderten Äußeren aus, sondern auch in ihrer Musik. Das Album klingt eindeutig erwachsener als “This Is The Life”, ohne jedoch dabei die Frische und Einfachheit (die ja das erste Album so erfolgreich machten!) zu vergessen. Wer so wie ich Amys Konzerte verfolgt hat, der konnte diese Entwicklung in den letzten Jahren bereits sehen. Ich war ja zwischen Oktober 2008 und Februar 2010 bei vier Konzerten und konnte in dieser Zeit die Entwicklung verfolgen. Während im Oktober 2008 noch die schüchterne Schottin im Karorock auf der Bühne stand, war es im Februar 2010 ein völlig anderes Bild. Dort stand jetzt eine erwachsene Frau auf der Bühne, deren Schüchternheit nur noch im Ansatz zu erkennen war. Und mit dem größer werdenden Publikum musste sich natürlich auch die Musik ändern. Die Akustikgitarre und Amys Stimme sind zwar nach wie vor die bestimmenden Elemente in ihren Songs, sie sind jedoch schneller geworden und wirken durch zusätzliche Instrumente deutlich breiter und wuchtiger. Mit den Songs des neuen Albums kann man also auch problemlos in größeren Hallen auftreten ohne dabei verloren zu wirken. Insgesamt bewegt sich das Album einfach von der Singer-/Songwriter Ecke noch mehr in Richtung Rock/Pop.

Die Texte handeln nach wie vor von ganz alltäglichen Dingen und man hat wieder das Gefühl, dass Amy einfach aus ihrem Leben erzählt. Genau das machte ja auch schon einen Reiz des ersten Album aus, nur erzählt jetzt eben eine erwachsene Frau und nicht mehr das junge Mädchen. Die Themen reichen von Liebe, über das Leben als Popstar bis hin zum den Verlust von geliebten Menschen.

Für mich haben sich nach drei Tagen intensivem Hören zwei Favoriten auf dem Album herausgebildet. Der erste Favorit ist “Spark”, ein Song den Amy in einer sehr emotionalen Stimmung geschrieben hat und laut eigener Aussage Leuten widmet, die im Angesicht des Verlustes eines geliebten Menschen trotzdem stark sind, ja stark sein müssen. Gleichzeitig ist der recht flotte Song ein gutes Beispiel für die neue, erwachsene Amy. Mein zweiter Favorit ist “Troubled Soul”, ein Song der mich bereits bei den Konzerten im letzten Jahr begeistert hat. Dieser Song ist einer der langsameren auf dem Album und soll eine Ermutigung sein für Menschen die eine schwierige Phase durchmachen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das neue Album perfekt geeignet ist es einzulegen und einfach gut unterhalten zu werden. Wenn man möchte, kann man jedoch auch genau hinhören und findet sicher Dinge über die es sich nachzudenken lohnt. Und damit haben wir eigentlich wieder genau die Amy wie wir sie kennen und lieben. Mich persönlich hat sie mit ihrem neuen Album jedenfalls nicht enttäuscht, denn sie hat sich weiterentwickelt ohne dabei die alte Amy komplett über Bord zu werfen.

Ich empfehle euch auf jeden Fall mal in das Album reinzuhören und gebe auf jeden Fall eine Kaufempfehlung. Und wer sie noch nie live gesehen hat, sollte das auch dringend nachholen.

Amy Macdonald

Amy Macdonald

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2 Kommentare Kommentar schreiben

  1. Schöner Artikel! Schöner Blog!
    Salam,
    Laila

    • Grassi2000 #

      Vielen Dank! Sowas liest man gern. Und ich geb es gern zurück.

      Liebe Grüße
      Philipp

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